Echte Körper … tote stehen zur Schau!
by Neogine on Januar 25, 2010
Seit dem 08.01.2010 fand auf dem Chemnitzer Messegelände nun eine Ausstellung statt die einerseits zum Nachdenken anregt und andererseits etwas anders ist, vielleicht sogar etwas bizarr. Mich selbst, wie ihr euch denken könnt, interessierte einmal mehr der psychologische Aspekt und Hintergrund… soll heißen, wie reagieren die Besucher der Ausstellung wenn Sie sowas sehen, wie gehen Sie damit um und vorallem wie wirkt so eine Austellung auf einem Menschen. Zahlreiche Besucher – und die Schlange vorm Gelände war lang – konnten sich in der Ausstellung über 400 Exponate ansehen, zu sehen waren dabei nichts schlichteres als plastinierte Körper von Leichen die wirklich mal gelebt haben. Aber ich denke genau das macht den reiz und die faszination aus!
Das Phänomen “Plastination” wurde erstmals vor mehreren Jahren (eine genaue Jahreszahl steht nicht mal bei Wikipedia) durch den Anatom “Günther von Hagens” zu einem Kunstobjekt der besonderen Art weiterentwickelt. Durch Plastination kann man erreichen, das Leichen, Körperteile, Extremitäten oder Organe auf Dauer in einem Zustand versetzt werden, so das sie weder verfaulen noch sonst irgendwelchen äußerlichen Einwirkungen zum Opfer fallen. Das Prinzip ähnelt der Mumifizierung, ist aber weitaus effektiver und langlebiger. Seit Jahren kann man dadurch in der Austellung “Körperwelten” verschiedenste Plastinate sich anschauen und, wie von den Ausstellern beworben, von den Toten lernen und einen Einblick in den menschenlichen Körper gewinnen.
Die Ausstellung die in Chemnitz stattfand hat ausser der Plastination, mit Gunther von Hagens eher recht wenig am Hut. “Echte Körper” verfolgt im Gegensatz zu “Körperwelten” eher einen wissenschaftlich medizinischen Hintergrund. Denn ich muss zugeben, nachdem ich die Austellung gesehen habe, hat man unweigerlich den Eindruck, das Sensationsgeilheit dem “Gunther von Hagens” kein Fremdwort ist, so wie er an die Sache rangeht. Ok, die Ausstellung von ihm ist weitaus besser… aber eben dieser eben genannte Faktor überwiegt um einiges. Nächster Punkt ist, was ich am bizarrsten und menschenunwürdigsten fand ist die ethische wie moralische Seite. Guckt man dem einen oder anderen Ganzkörperplastinat ins Gesicht, sieht man unweigerlich eine Persönlichkeit, die dort auf eine Weise gezeigt wird, da ist menschenverachtendes Verhalten meiner Meinung nach ein Kindergartenbegriff. Da hilft es wenig, das man weiß das diese “mal lebenden Personen” ihre volle Einverständnis dazu gegeben haben. Wem ich an dieser Stelle deftig Lust auf diese Ausstellung gemacht habe oder besser gesagt,wer nun ironischerweise Blut geleckt hat, dem muss ich leider enttäuschen! Laut Flyer war der letzte Besuchstag der 24.01.2010. Wo und wann “echte körper” wieder seine Pforten öffnet ist derzeit noch nicht unbekannt.
www.echtekoerper.de
www.koerperwelten.de
PS: Ich habe bewusst, aus Respekt und Tolleranz vor den Persönlichkeiten der Plastinate keinerlei Bilder eines dersolchen in diesem Blogeintrag verwendet.






1 Kommentar
Aber Spaß hatten mer ja trotzdem genug, oder?
Ich leg trotzdem mal schnell ne gedenksekunde für die Exponate ein *ohm*
Ansonsten gebe ich die voll und ganz recht *ach nee, so ne Überraschung*
xxx
by Melchen on 25/01/2010 at 11:08 pm. #