Inside – Genial, Verstörend und Nachdenklich.

Wer des öfteren das Gamepad in die Hand nimmt, wird sich sicherlich an den Indie Titel „Limbo“ von den Playdead Studios erinnern können. In einer sehr düster gehaltenen Umgebung steuerte man einen kleinen Jungen durch unzählige Passagen. In vielen Rätseln musste man nix anderes als hüpfen, Gegenstände ziehen und schieben, und viele Abläufe zeitlich abgestimmt meistern. Ein Puzzlespiel was einerseits Spaß machte, aber auch nachdenklich.

Dieses Jahr, genau 4 Jahre nach Limbo, erscheint nun „Inside“. Der geistige Nachfolger von Limbo. Schon als ich die ersten Gameplayszenen im Internet sah, war ich von dem Grafikstil und der dahinterliegenden Prämisse begeistert. Ihr steuert erneut einen kleinen Jungen in einer zwar 3 Dimensional aussehenden Umgebung, trotzdem bewegt ihr euch nur von Links nach Rechts. Schiebt erneut Kisten hin und her, betätigt Schalter und müsst in unzähligen Passagen so manches Hindernis zeitlich abgestimmt absolvieren. Neu hingegen sind Passagen in den man sich einen Helm aufsetzt und die Gedankenkontrolle der umgebenden Personen übernimmt und sogar Wasser wird im letzten Drittel des Spiels sehr kreativ genutzt.

Das Spiel erzählt im großen und Ganzen eine verstörende und bedrückende Geschichte ganz ohne Dialoge und Einblendungen. Nur durch das Gameplay an sich will uns das Spiel so einiges mitteilen:

Der kleine Junge, den wir hier spielen, ist zu Beginn auf der Flucht: Er schleicht durch einen finsteren Wald, versteckt sich vor Männern, die ihn mit Taschenlampen und Spürhunden suchen. Im Dunkel der Nacht erspähen wir Lastwagen, die Menschen wie Vieh abtransportieren – erst später erkennen wir, dass diese Leute keinen freien Willen mehr haben. In Reih und Glied marschieren sie ihrem Schicksal entgegen, nehmen an abstoßenden Auswahlverfahren teil, begafft von gesichtslosen Männern, Frauen und Kindern, bis sie schließlich in einer Art Fabrik landen. Was dort passiert und warum, soll nicht verraten werden: Inside wirft unbequeme Fragen auf, liefert aber nur wenige Antworten – es bleibt dem Spieler überlassen, was er mit den verstörenden Bildern anzufangen vermag.

Quelle: PC Games

Inside spielt sich zwar genauso wie Limbo, übertrifft es aber um längen. Die Rätsel sind anspruchsvoll aber nicht allzu schwer. Sollte man doch ins Gras beißen, was man übrigens sehr oft tut, weil viele Passagen nach dem Trial&Error Prinzip ablaufen, sind die Speicherpunkte frustfrei gesetzt. Soviel Positives wie man über den Titel auch zu schreiben weiß. Inside hat auch eine Kehrseite. Das Spiel ist in seiner Darstellung oftmals sehr brutal, und macht genau dadurch nachdenklich. Ob es einfach brutale Sterbeszenen sind, oder der kleine Junge von Hunden zerbissen wird. Durch die recht simple Darstellungsoptik wirkt das Gezeigte umso realistischer.

Wer aber dennoch davor nicht zurück schreckt und 20eur über hat, der kann sich bei Steam bedenkenlos kaufen. Meine Empfehlung! Kleiner Hinweis: Inside ist ab 18 und das zurecht.

Der typische #Hipster *kotz*

Seit ein paar Jahren huschen sie sich mit unter unser Volk, wollen einzigartig sein, leben dieses YOLO und sind, um es kurz zu fassen: Einfach. Nur. Nervig. Warum schreib ich drüber, wenn es mich nervt? Genau deswegen, weil sie mich nerven ;) Aber fangen wir an warum und wieso ich so denke.

Überall tauchen sie mittlerweile auf. Machen angeblich nur Sachen worauf sie bock haben und Spaß dran empfinden. Tragen Hosen die man „Röhrenjeans“ nennt, dazu irgendeinen langen Pullover oder T-Shirt mit hippen Aufdrucken, dann haben Sie eine Hornbrille auf der Nase, die heute meine Oma oder Opa trägt, einen Bart und zuguterletzt, die Hipsteroverdose, die Frisur. Der sogenannte „Undercut“. Voila, der typische ach so „individuelle und einzigartige Hipster“ ist geboren.

Sie gaukeln einen in den Medien vor, alles „awesome“ zu finden und das Leben zu jeder Zeit und an jedem Ort voll auszukosten. Wer’s glaubt! Leben, wie vorhin schon mal erwähnt nach dem YOLO-Prinzip. Was nichts anderes heißt als „You Only Live Once“, also du lebst nur einmal. Lebe dein Leben so wie du es willst, immer und überall. Doch wenn ich sowas höre oder lese, dann kommt mir ehrlich gesagt das Kotzen. Ich finde diese Lebens(sicht)weise mehr als Egoistisch und Selbstsüchtig, wenn nicht sogar höchst Arrogant.

Das Internet ist natürlich des #Hipsters – ja nicht den Hashtag vergessen! – liebstes Instrument um sein aufmerksamkeitsbedürftiges Ego voll auszuleben. Ob bei Facebook diese Likes ihm streicheln oder Herzen bei Instragram, egal. Da muss jeder sein Essen fotografieren – stilsicher auf einem Tisch mit Holzmaserung, Selfies geschossen – mit Handy im Bild vor einem Spiegel,  „Kunst“bilder gepostet werden – am besten mit Vintage Filter und Zentralperspektive. Genau! Dann in der Gestaltung muss irgendwo – egal wie! – ein Dreieck verbastelt werden. Dreiecke sind hip! Buttons haben natürlich einen min. 5px breiten Rand in Weiß und Webseiten dieser Gattung besitzen Bilder mit einem Blur (Unschärfe) Effekt. Obendrein große Schriften und am besten Flaat!

Die ganz krassen Hipster besitzen natürlich ein Fahrrad im total minimalistischen Look. Soll heißen, keine Lichter, keine Reflekoren, bloss keine Gänge, nur mit einem Ritzel und simpel aufgespannter Kette. Gebremst wird mit Rücktritt, weil natürlich keine normalen Bremsen vorhanden sind. Minimalistisch eben. Was hören diese Gestalten eigentlich für Musik? Ja, da sind Bands wie Awolnation, dann Bastille, oder Imagine Dragons. Artic Monkeys eventuell auch mit. Oder ganz hoch im Kurs, irgendwelches psychedelisches Geklimper.

Natürlich find ich nicht alles absolut blöd, was Hipster hören und ausmacht. Ja, auch ich mag Tische mit Holzmaserung xD – aber das Gesamtbild und wie man sich gibt grenzt an kultureller Vergewaltigung! So!

Kopfsache – Liebe den introvertierten in Dir.

Gleich zu Beginn eine recht persönliche Frage: Bist Du “introvertiert” oder “extrovertiert”? Kann durchaus sein, das du diese Frage gar nicht erst beantworten kannst oder dir die 2 Begriffe in deinem Leben nur mal flüchtig irgendwo begegnet sind. Ist überhaupt nicht schlimm. Anders gesagt, habe ich dich schlichtweg nur gefragt, woher du deine Lebensenergie nimmst, die jeder von uns benötigt um Tag für Tag alle emotionalen Begebenheiten unbeschadet zu überstehen. Es sind sozusagen Typen von Menschen. Der oder die “introvertierte” wirst du sicherlich schon oft kennengelernt haben, oder dem Typ entsprechend auch eher nicht ;) Es sind die in sich gekehrten, ruhigen und eher zurückgezogen lebenden Menschen, sie beziehen ihre Energie aus dem Inneren, aus ihrer Seele. Daher ist bei diesem Typus an Mensch ein gesundes Seelenleben sehr wichtig. Den Gegenpart stellen wiederum die “extrovertierten” dar. Sie sind eher diejenigen die wohl am auffälligsten das Partyleben mögen, sehr gut Kontakte knüpfen können und in Art wie Umgang eher auffälliger sind. Eben nach außen gerichtet. Zu guter letzt gibt es noch die “ambivertierten”. Ahh.. neuer Begriff ;) Diese Menschen schwanken zwischen den ersten zwei und können sehr ruhig sein, aber auch sehr gut mal aus sich heraus gehen. Na, als welchen der drei Typen erkennst du dich nun jetzt wieder?Und warum überhaupt erzähl ich dir das eigentlich alles?

51TuwCG9XnL._SY344_BO1,204,203,200_Ich wollte Dir an dieser Stelle ein Buch vorstellen, was dieses Thema – im besonderen “Introversion” – in vielen Facetten behandelt. Geschrieben von Patrick Hundt (31, selbstständiger Online Marketer). Durch dieses 201 Seiten starke Werk, habe ich selber vieles dazu gelernt. Es hört auf den Namen “Kopfsache – Liebe den introvertierten in Dir”. In diesem Buch wird neben der grundlegenden Erklärung was eigentlich Introversion ist und für den Typus Mensch bedeutet, auch der Umgang in vielen Bereichen des Lebens angesprochen. Darunter Privatleben, Beruf, Beziehung und das gute alte soziale Leben. Du wirst lernen was als Introvertierter deine speziellen Präferenzen sind, welche Stärken und Schwächen du dadurch hast, wie introversion in der Gesellschaft gesehen wird, wie du dich als stark introvertierter Mensch, dem das eher ein wenig negativ anhaftet, an deinen Präferenzen arbeiten kannst. Und vieles mehr. Das Buch ist dabei locker und fluffig geschrieben und dennoch nimmt es das Thema ernst. Der Autor Patrick Hundt, selbst introvertiert, schreibt dabei oft aus der Ich-Perspektive und nimmt eigene Erfahrungen aus seinem Leben zur Hand. Der Tonfall ist zu keinem Zeitpunkt bockernst, sondern bespricht das Thema liebevoll und mit Humor.

Das Buch ist für alle zu empfehlen die sich mit dem Thema allgemein auseinandersetzen wollen, aber auch dazulernen möchten. Patrick hat es geschafft das Thema introversion so zu behandeln dass es nicht Staubtrocken daher kommt. Es macht Spaß weiter zu lesen und man erwischt sich oft, das man sich sagt, noch eine Seite ;) Ich für meinen Teil sehe mich – auch wenn es manchmal nicht so wirkt – eher als Introvertiert. Ich bin oft in mich gekehrt, beziehe meine Energie klar aus dem inneren und ziehe mich in dessen auch des öfteren zurück. Party, zu viele soziale Kontakte, in der Öffentlichkeit auftreten usw. sind daher eher nicht meins. Ich mags eher ruhig und zurück gezogen, zudem sind introvertierte Menschen sehr kreativ und das kennt ja wohl jeder der mich kennt. Danke daher an Patrick Hundt, das ich mich nun ein wenig besser verstehe. An dieser Stelle auch Danke an meine Kollegin Agnes, die mir dieses Buch freundlicherweise ausgeliehen hat.

Solltest du jetzt Lust bekommen haben, dieses Buch zu lesen, gerne. Bei Amazon findest du dies für 14,90eur als Taschenbuch oder für 8,99eur als eBook für deinen Kindle. Wenn du anschließend den Drang verspürst dich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder einfach nur eines der schönen Blogbeiträge durch lesen möchtest, dann kannst du gerne bei dem Portal “introvertiert.org” vorbeischauen. Ebenfalls geführt, gepflegt und ins Leben gerufen von Patrick Hundt.

Die „jedes Jahr was neues“ Mentalität.

Hallo Samsung, HTC, Apple, Sony und wie sie nicht alle heißen. Nächste Woche startet der MWC (Mobile World Congress), eine Messe rund um die Neuheiten in der Branche der Smartphones und Tablets. In den letzten Tagen sind bereits einige Bilder und Videos von euren „neuen“ Flagschiffen im Netz aufgetaucht. Darunter das Galaxy S6, das Xperia Z4 und das HTC One M9. Ich selber bin eigentlich immer gespannt wie ein Flitzebogen, wie denn die neuen Modelle aussehen und was sie drauf haben. Wenn ich gute 10 Jahre zurück denke, könnte ich euch auf Anhieb sagen welches Modell wie heißt. Nicht das ich so nerdig wäre und die Bezeichnungen alle auswendig kenne. Nein, nein. Man hat damals den Geräten neue Ideen und ein Alleinstellungsmerkmal angesehen. Und was ist jetzt?

Ich bin ehrlich gesagt von dem was da jetzt auf uns zu kommt, herrlichst enttäuscht. Jetzt schon, wie das? Kann doch alles Fake sein. Sicherlich! Man kann sich aber trotz, das es oftmals Leaks sind, immer öfter sicher sein das es dann auch „das finale Gerät“ zeigt. Hat man bei Apple oft genug erlebt bzw. vor die Nase gesetzt bekommen. Zurück zu den bevorstehenden Modellen. Das Galaxy S6 sieht trotz der Aussage seitens Samsung „einen radikalen optischen Neuanfang zu wagen“ beinahe genauso aus wie das S5 und die A- wie E-Reihen sind davon auch nur billiger Abklatsch. Obwohl die A-Reihe noch einen Ticken ansehnlich ist. Das Alpha, von dem die A-Reihe wohl inspiriert ist, war ja schon nicht schlecht. Aber im großen und ganzen langeweilige Modelle. Heute hab ich das Xperia Z4 zu Gesicht bekommen und frage mich optisch wie von den Spezifikationen her: Wollt ihr mich verarschen? Da kann ich mir ein Z3 kaufen und habe beinahe das gleiche. Wobei „beinahe“ noch sanft ausgedrückt ist. Kommen wir zum loser der Runde: HTC. Als ich das HTC One M9 gesehen habe, dachte ich erst das wäre wirklich ein Fake. Das sah und sieht aus wie das M8, nur im Detail hier und da was verbessert. Man bekommt echt den Eindruck, den Herstellern fällt absolut nix mehr neues ein. Oder will man einfach nur haufen Kohle damit machen in dem man bewährtes geringfügig verbessert? Ich zähle mal ein paar Specs auf die wirklich jedes Handy der letzten 2 Jahre hat.

Tadaa, das Durchschnittshandy:

  • irgendein Snapdragon Quadcore oder Octacore Prozessor
  • Full HD oder manchmal schon 4K Display meist um die 5-7 Zoll
  • 1-3 GB Ram
  • Micro SD Slot
  • ca. 13 MP Kamera und eine 5 MP Kamera als Frontkamera
  • 16, 32, oder 128 GB an Flashspeicher
  • Android als Betriebssystem
  • GPS, WLAN, 4G, HSDP schieß mich tot und diverse andere Netze
  • …ach und Wasserdicht!

Wo bleibt Apple? Ja, die Jungs aus Cupertino kommen auch nicht zu kurz. Es ist zwar kein iPhone 7 in der Pipeline. Aber was ich mit dem 6er auftut und dem eher schlechter werdenden iOS, lässt mich – als eigentlicher Fan der Marke – manchmal an Apples Status als innovator und Marktführer zweifeln. Ohne Diskussion, ist das iPhone, meiner Meinung nach, nach wie vor das beste Smartphone auf dem Markt. Darüber dürfte ich schon herrliche Diskussionen führen. Die aber allesamt eher sinnlos sind.

Also nochmal. Liebes Samsung, HTC, Sony und Apple. Ich weiß ihr seid multimilliardenschwere Konzerne. Seid dem Konkurrenzdruck faktisch ausgeliefert und „müsst“ jedes Jahr was neues bringen um nicht paar Monate später als abgestempelt zu gelten und ich weiß erst recht das es in dieser Branche oftmals schneller zugeht wie auf mancher Autobahn. Ihr seid von Vorstellungen gewisser Manager und Aktionäre getrieben die meinen unrealistische und utopische Gewinnvorstellungen in den Raum zu werfen. Aber eins sei euch gesagt. Die Konsequenzen dieser „Einfallslosigkeit“ bekommt dieses Jahr und auch schon letztes, Samsung am eigenen Leib zu spüren. Die Umsätze gehen zurück und das Interesse an der Marke lässt nach. Und viele Kommentare in den TechBlogs geben mir recht. Die Handywelt wird zunehmen derbst langweilig. Es kommt nix erwähnenswertes neues, sondern es wird schlicht das alte genommen, mit dem Staubtuch kurz mal drübergewischt und ein neuer Vollpreis draufgepappt. Sieht so etwa die Zukunft in der „Mobilen Welt“ aus? Ich hoffe nicht. Was ich von der Zukunft erwarte? Naja. Muss man den jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt werfen? Ich sag selber, ja kann man, wenn das Know How hat ein wirklich neues Modell zu veröffentlichen. Mit neuen Ideen und wirklich gutem Design. Aber kein Abklatsch vom letzten Jahr. Warum geht man nicht mal neue Wege? Achja, neue Wege heißt Risiko, Risiko heißt wieder rum kein kalkulierbarer Gewinn. Kein oder geringer Gewinn wird sofort mit Worten wie „Flop“ abgestraft. Auch wenn es so ist, entscheiden tut die Zukunft nur einer: Der Kunde selbst. Auch wenn es so aussehen mag, das die Leute eh alles kaufen. Irgendwann klappt diese Masche nicht mehr und unter denen die sich eh etwas auskennen schon lange nicht mehr. In dem Sinne bessert euch!

2014 in Worte gefasst

Ich sitze grad hier, hab die letzte Spätschicht auf Arbeit hinter mich gebracht, komme zur Ruhe und mir wird erst jetzt so richtig bewusst, das Jahr ist rum. Ich habe 2014 geschafft. Etliche Stunden Arbeit, viele schöne Stunden mit meinen Hobbys, Freunden, unvergessliche Momente aber auch Momente wo ich hätte alles hinschmeißen wollen, keinen Bock mehr hatte, innerlich Schreien musste usw. liegen hinter mir. So ein Jahreswechsel ist da ein wunderschöner Neuanfang, nicht Wahr ;)

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Die Zeit

Du kannst sie weder schmecken, noch sehen. Trotzdessen umgibt sie uns ständig. Du kannst sie durch Uhren oder ähnlichen Apparaten messen, sie selber wird sich aber niemals zeigen. Du kannst nicht vor ihr wegrennen oder schneller sein. Sie tickt unaufhaltsam vor sich hin ohne Ende und vom Anfang wissen wir rein gar nichts.

Sie ist unser ständiger Lebensbegleiter, in allen Lagen und Lebensphasen. Sie teilt unseren Tag ein. Sagt uns wann wir aufzustehen haben. An ihr richten wir uns, wenn wir essen, zur Arbeit gehen, mit der Bahn/Bus fahren, Feierabend machen, Konzerte besuchen, bestimmte Medizin einnehmen, in den Urlaub fahren. Durch ihr wissen wir, wann ein Tag endet und ein neuer beginnt. Manchmal vergeht sie gefühlt rasend schnell, manchmal scheint sie wie gelähmt zu stehen. Wir reden tagtäglich von ihr um Termine auszumachen, um uns zu treffen, um zu wissen was wann wie lang geschieht. Sie ist älter als alles je dagewesene. Sie ist exakt eingeteilt und trotzdem gehen alle Uhren dieser Welt, und sei es auch nur ein Hauch einer milliardstel Sekunde, verschieden. Wir haben Massen an technischen Accessoires erfunden um sie anzuzeigen und ihr sturr zu folgen. Die exakteste aller ist die Atomuhr und selbst diese geht alle 1000 Jahre um ein hundertstel falsch.

Mit ihr kann man Rechnen, Messen, Spaß haben. Ganze Wissenschaften basieren auf ihr und hochkomplexe wissenschaftliche Modelle haben sie mittlerweile als das definiert was sie ist. Komplexe Pläne auf dieser Welt benutzen sie, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wir stellen mit ihr Rekorde auf und brechen sie. Wir forschen daran sie zu überlisten, um mit ihr zu reisen. Alles was gefühlt hinter uns liegt sehen wir als Vergangenheit an, alles vor uns als Zukunft und stetig befinden wir uns in der Gegenwart. Wir finden und erfinden immer neue Wege um genau an ihr zu sparen und gleichzeitig das gleiche zu schaffen. Menschen verpassen Chancen weil sie von ihr einen Tick zuviel in Gebrauch hatten. Sie entscheidet oft über Leben und Tod. Wir benutzen sie sehr oft völlig unbewusst in unserem Sprachgebrauch. Wir wissen nicht wer sie erfunden hat, woher sie kommt. Wir akzeptieren sie und nehmen sie hin.

Jeden von uns steht nur ein gewisser Teil von ihr zur Verfügung und irgendwann ist sie bei jedem abgelaufen. Dennoch wird sie immer weiterticken. Auch ohne dem Menschen. Sie wird unterteilt wie jedes andere dem Menschen bekannte Maß auch. Ganze Epochen werden nach ihr benannt. Die Geschichte hat sie als grundlegenden roten Faden. Sie wird oft verzerrt durch unsere Wahrnehmung und dennoch vergeht sie bei allen gleich. Einige Menschen auf dieser Welt haben ihr gesamtes Leben damit verbracht sie zu erforschen. Sie ist so unscheinbar, unangreifbar und doch ständig um uns herum. Egal was wir tun, sie wird gewinnen. Es gibt womöglich Orte in unserem Universum da existiert sie wahrscheinlich garnicht. Vergeht langsamer oder schneller und selbst da ist sie Allgegenwärtig.

Sie lässt uns altern, sie ruft Stress in uns hervor. Sie lässt uns jubeln und traurig werden, wenn bestimmte Ereignisse eingetreten sind. Bestimmte Entscheidungen werden aufgrund des mangels an ihr anders getroffen. Oftmals nehmen wir sie uns einfach und manchmal müssen wir Menschen enttäuschen weil wir für sie keine übrig haben. Wir fühlen bestimmte Punkte wann wir für was Reif sind oder Dinge anpacken bzw. Chancen ergreifen. Sie bleibt stetig ruhig, gibt keinen Mucks von sich und dennoch haben wir sie im Kopf als ticken. Unaufhaltsam.

Ja, Sie. Die Zeit.

 

 

Panikattacken – Was ist das, Umgang, Vermeidung(?)

Heyho, ich möchte heute über ein Thema schreiben, was viele Menschen in dieser Welt betriftt. Panikattacken. Ich selber leide darunter schon seit gut 8 Jahren und komme -aktuell- gut bis sehr gut damit zurecht. Wenn ich eine pro Monat habe ist das viel, in stressigen Zeiten auch mal eine mehr. Aber kein Grund zur Besorgnis. Ich werde diesen Beitrag bewusst etwas positiver und leicht ironisch verfassen. Man muss es ja schließlich nicht schlimmer machen, als es eh schon ist.

Zurück zum Thema: Sie treten teilweise völlig unerwartet auf, fühlen sich gelinde gesagt einfach nur beschissen an. Sorry, aber ein anderer Ausdruck wäre völlig untertrieben. Dauern an und jetzt das gute, sie gehen auch wieder. Typischerweise können es sich “gesunde Menschen” kaum bis garnicht vorstellen, wie sich solch eine Panikattacke anfühlt. Wie auch. Aber eines vorweg, man kann sie besiegen, indem man sie nicht besiegt. Neunmalkluger Satz, ich weiß ;) Um so eine Panikattacke oder Panik an sich zu verstehen, muss man anfangen zu wissen, was Angst ist.

Was ist eigentlich Angst?

Jeder von uns hat Angst, du, du, und ja auch DU, ist völlig normal. Das ist eine natürliche angeborene Eigenschaft unserer Psyche um uns vor Gefahren zu schützen. Sonst würdest Du vielleicht, lachend in die Kreissäge rennen und das würde wohl etwas mehr weh tun als sich in den Finger zu schneiden ;) Angst ist also dein interner Schutz vor Gefahren. Wenn sie auftritt, entscheidest du dich ob du kämpfst oder die flucht ergreifst. Dies geschieht danach wie du eine Situation bewertest und diese Bewertung wiederum bildet sich aus Erfahrungen aus deiner Kindheit, Leben etc. Wenn die Signale schon lebensbedrohend sind, wirst du wohl instinktiv die Flucht ergreifen. Kreissäge, nicht wahr. Panik ist jetzt sozusagen die Oberstufe. Da gerät dein Gefahrenmechanismus außer Kontrolle und da heißt es nicht mehr, kampf oder flucht, sondern sofort flucht. Jetzt rede ich noch von der völlig normalen und gesunden Ängst und Panik. Kommen wir zur krankhaften.

Die krankhafte Angst/Panik und ihre Folgen

Es gibt massig Faktoren die es auslösen können das du deine Angst teils unbewusst und teils bewusst zum persönlichen Feind erklärst. Das kann die gute alte Kindheit sein, ein echt heftiges Lebensereignis, Vererbung usw. usf. Sollte der Punkt mit der Feindeserklärung erreicht sein, wirst du auf Dauer – mit deiner Wahrnehmung – und im Verlauf mit deinem Leben teils echt große Probleme bekommen. Das kann im schlimmsten Fall – jetzt kommt der härteste Teil des Beitrags – zur schlimmen Lebensbeeinträchtigung und zum Schluss zu einer gewissen Todessehnsucht führen. Ab dem Punkt empfehle ich dringendst einen Psychiater oder Psychologen aufzusuchen um eine relevante Therapie in Angriff zu nehmen. Denn aus diesem Teufelskreis kommt man alleine selten wieder heraus.

Und was ist jetzt eine Panikattacke?

Wenn durch eine psychische Störung die Angst dauerhaft bestehen bleibt, du anfängst auf sie ständig zu achten und folgend eine “Angst vor der Angst” aufbaust, steigt in deinem Kopf ein gewisser Pegel der Angst. Sobald aber dieser Pegel in den roten Bereich hinaus schießt, reagiert dein Kopf mit einer Panikattacke. Es gibt aber auch Attacken die treten plötzlich aus dem nichts heraus auf und können, bei einer persönlichen Neigung, erst zu einem Teufelskreis führen. Mitten in so einer Panikattacke rasen durch deinen Kopf die schlimmsten Gedanken und Katastrophenszenarien. Von “ich werde gleich sterben” bis zu “das wird nie aufhören” usw. geht einem vieles mehr durch den Kopf. Diese Gedanken halten die Attacke natürlich. Du fühlst dich dabei einggengt, fängst an zu schwitzen, der Puls erhöht sich und achja, haufen unangenehmer Mist. Ich weiß, wer das schon hatte, der wird mir versichern das dies mehr als unangenehm ist. Aber für sowas gibt es Strategien damit umzugehen. Du willst das es besser wird? Lese weiter ;)

Wie gehe ich mit Panikattacken um?

Um es grob zu umreißen, müsst du dich mit dem anfreunden was wir uns zum Feind erklärt haben. Waaaas? Man bekämpft es sozusagen, indem man es nicht bekämpft. Schon wieder dieser Neunmalkluger Satz, nicht wahr? ;)

Das du persönlich unangenehme Dinge am liebsten vermeiden würdest, trichtert mir ein. Sehr unangenehme erst recht. Aber das artet in einem angstvermeidenden Verhalten aus und macht die Sache an sich nur noch schlimmer. Als allerersten Schritt würde ich dir empfehlen, die Panik und Angstattacken für dich zu akzeptieren. Sie sind dir völlig neu, unangenehm und ja das fällt einem Anfangs echt schwer eine gewisse akzeptanz aufzubauen. Habe ich selber recht lang dazu gebraucht und bin auch mit derben Rückschlägen konfrontiert worden. Gebe nicht auf, sowas kommt nicht von heute auf morgen. Wie lange es dauert, hängt von den positiven Erfahrungen ab, die du mit einer akzeptierenden Einstellung machen wirst.

Als nächstes sei gesagt, das du so eine Attacke oftmals selbst aufrecht erhälst. Du denkst ja schließlich sehr negativ in so einer Situation. Rufe dir also “bewusst” positive Gedanken auf und versuche dich zu beruhigen. Folgende Gedanken als Stütze:

  • “so eine Attacke verschwindet wieder”
  • “sie wird dir keinesfalls was schlimmes tun”
  • “es wird dir nix passieren und du hast die Situation unter Kontrolle”

Sei dir im klaren, das so eine Attacke niemals für immer anhält. Nach max. 30min, kann aber auch bloss 2-3 min sein, varriiert von Mensch zu Mensch, macht dein Kopf sowas wie einen Reset und die Attacke verschwindet wieder. Dann merkst du erstmal, welchen Mist du da gedacht hast. Nach einiger Zeit, wirst du feststellen, das so eine Panikattacke sich zwar schlimm anfühlt, aber dir weder was antut noch dein Leben bedroht. Solltest du so weit sein, wird deine Angst vor solchen Attacken weniger und man glaubt es kaum, die Panikattacken selber auch. Denn durch deine Angst davor, provozierst du solche Attacken erst. Es kann zudem auch helfen, sich mit Panikattacken – in einem gesunden Maß – sich zu beschäftigen. Was du ja jetzt, indem du den Beitrag liest, an sich schon tust. Denn es ist klar erwiesen, das sich eine psychische Krankheit bessert, umso mehr du dich damit auskennst. Sozusagen der Experte deiner eigenen Krankheit wirst.

Ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben, und wünsche dir und allen da draußen das sich dein Zustand bessert. Ein Leben mit Panikattacken ist definitiv möglich.

Hinweis: Meine Strategien sind nur für dich hilfreich, wenn du dich noch nicht zu weit in dem Teufelskreis befindest. Solltest du zu oft scheitern, es sich nicht bessern und du langsam verzweifelst. Dann hole dir bitte ärztliche Hilfe ein und versuche dies mit einer Therapie in den Griff zu bekommen.